Buntes Farbenspiel in der Bringhäuser Bucht

Bei extrem niedrigem Wasserstand des Edersees bietet die trocken gefallene Bringhäuser Bucht ein interessantes Farbenspiel. In der Oktobersonne leuchten die großen Bestände von Blutweiderich in Gelb und Rot.

Die Bringhäuser Bucht ist mit charakteristischen Vegetationszonen ein besonderer Lebensraum, der nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter Schutz steht. Dem Weichholzgürtel mit überwiegend Weiden folgt ein Großseggenried, das von der bis zu einem Meter hohen Schlank-Segge, einem Sauergras, gebildet wird. Dann folgt die Zweizahn- und Schlammlingsflur. Der winzige Schlammling wächst in dem Bereich, der zuletzt trocken fällt. Er ist die kleinste Blütenpflanze Deutschlands.

Die Bringhäuser Bucht ist auch ein hervorragendes Vogel-Beobachtungsgebiet.
An den Rändern der flachen Lachen, die beim Absinken des Wasserspiegels verbleiben, sind im Herbst Watvögel zu beobachten. Ihren Namen verdanken sie den langen Beinen, mit denen sie durch flaches Wasser waten können. Zu dieser Vogelgruppe gehören zum Beispiel Alpen-, Bruch-, und Waldwasserläufer sowie Grünschenkel.


Eine Besonderheit der Bringhäuser Bucht sind die Zwergschnepfen, die hier auf dem Herbstzug rasten, aber auch schon überwintert haben. Sie halten sich an unzugänglichen Stellen flacher Rinnsale auf, die aus Hangquellen hervortreten. Dank ihrer hervorragenden Tarnung sind Zwergschnepfen äußerst schwer zu entdecken.


Auch der Fischadler ist regelmäßig auf dem Zug in sein Winterquartier zu beobachten. Sehr auffällig sind die zahlreichen Nilgänse, die auf den trocken gefallenen, sich begrünenden Flächen weiden. Leider hatte auch 2019 die Haubentaucher wegen des frühzeitigen starken Wasserablasses aus dem Edersee keinen Bruterfolg.

An der so genannten Badebuhne hat der NABU Edertal ein Schild anbringen lassen, das beispielhaft in Text und Bild über die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt der Bringhäuser Bucht informiert.

Wolfgang Lübcke

 

Fotos Pflanzen: Wolfgang Lübcke                                      Gut getarnt sind die Zwergschnepfen (Foto: Michael Wimbauer)